V: Die außerirdischen Besucher kommen mal wieder vorbei

28. Dezember 2009
By Couchmonster

Böse Aliens erobern den Planeten Erde. Nicht zum ersten Mal. Bereits 1986 landeten die außerirdischen Besucher aus “V” in deutschen Videotheken und zwei Jahre später sogar auf SAT 1. Der US-Sender ABC versucht sich an einem Remake der Kultserie. Das Ergebnis ist erstaunlich gut.

V wie verdammt gut: die neuen Besucher

Huch. Da sind sie wieder. Für Freunde der alten NBC Miniserie “V -- Die außerirdischen Besucher kommen” verlaufen die ersten Minuten des Remakes wenig überraschend. Gigantische fliegende Untertassen über den postkartentauglichen Metropolen unserer Welt sorgen kurz für eine Massenpanik bis die gutaussehenden Aliens in Menschengestalt verkünden, dass sie nicht nur in Frieden kommen, sondern auch welchen bringen. Außerdem hätten sie noch Wohlstand und technischen Fortschritt im interstellaren Gepäck. Danach erzählt das neue “V” allerdings eine völlig neue Geschichte.

Sexy Posterboy Marc Singer

Legte sich in den achtziger Jahren noch der Testosteron gesteuerte Kameramann Mike Donovan (Marc “Beastman” Singer) mit den “Visitors” an, kommen jetzt ein katholischer Priester (Joel Gretsch) und eine FBI-Agentin (“Lost”-Star Elizabeth Mitchell) dem verlogenen Alienpack auf die Spur. Schnell stellen die beiden unfreiwilligen Helden fest, dass die Außerirdischen nicht erst neulich gelandet sind, sondern schon seit Jahren an der Eroberung der Erde arbeiten. Tatsächlich könnte sich hinter jedem netten Menschen ein böser Besucher verstecken. John Carpenters “Sie leben!” und Don Siegels “Die Dämonischen” lassen schön grüßen!

Auf der Gegenseite hat sich auch einiges getan. Zuallererst: Die Besucher tragen keine roten Uniformen mehr. Dafür gerne zivil oder auch einen blauen Einheitsdress. Auch diesmal ist der Hauptbösewicht eine Frau. Nur heißt die Dame Anna (Morena Baccarin) und nicht Diana, deren fieses Verspeisen eines kleinen Nagetiers zu den großen TV-Momenten der achtziger Jahre gehörte.

Selbstverständlich gibt es auch gute Besucher. Im alten “V” gab Robert “Freddy Krueger” Englund das liebe tollpatschige Alien, in der neuen Version übernimmt diesen Part Morris Chestnut. Jedoch ist der schwarze Hüne überhaupt nicht tollpatschig, sondern verdammt schlagkräftig.

ABC’s “V” ist mehr als nur eine gut gemachte Hommage an die alte Show. Die aufgefrischte Story wird rasant erzählt, die neuen Charaktere sind interessant und ansonsten gibt einige schöne Ideen zu bewundern -- auch wenn ein paar davon aus anderen Filmen und Serien stammen mögen. Falls zum Beispiel der “Tall Man” aus “Phantasm” seine fliegenden Kugeln suchen sollte, dann findet er sie hier wieder. Die Berechtigung zum Abkupfern haben sich die Macher allerdings verdient. Schließlich ließ sich schon Regisseur Roland Emmerich vom Original-”V” inspirieren. Darauf weißt man dann auch gerne im neuen “V” hin. “Alter, das IST ‘Independence Day””, kommentiert ein Teenager in der Serie die UFO-Sichtung. Sein Kumpel entgegnet darauf nur: “Der ja nur ein Abklatsch von zahlreichen anderen vorherigen Alien-Invasionen war.” Recht haben sie.

In den USA waren die ersten vier Folgen relativ erfolgreich. Vielleicht auch deshalb, weil einige Kritiker in den außerirdischen Invasoren Parallelen zur Obama-Regierung sahen. Schließlich versprechen die Aliens nicht nur “Change” und “Hope”, sondern auch eine Reformierung des Gesundheitswesens. Die Macher und Schauspieler konnten dieser Interpretation allerdings nicht ganz folgen.

Im Moment ist die Serie in der Sendepause. Ab Ende März sollen weitere neun Folgen von “V” zu sehen sein. Die Produzenten haben angekündigt, dass es dann möglicherweise auch ein Wiedersehen mit der alten “V”-Garde in Nebenrollen geben wird. In diesem Sinne: Gott schütze uns vor Marc Singer!

Trailer von “V” (2009)

“V” -- das Original (1983)

Große TV-Momente -- Folge 1: Diana und das Nagetier

Und hier die Kugeln aus “Phantasm”:

Tags: , , , , , , , ,

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*