Der Sohn einer Softporno-Aktrice, ein gestörter Dokumentarfilmer und ein aus dem Land gejagtes Medium reisen nach Hollywood, um die große Karriere im “La La Land” zu machen. UK-Comedy-Import Marc Wootton spielt alle drei und verstört in der neuen Showtime-Mockumentary die Menschen von L.A.
Sacha Baron Cohen hat es vorgemacht, wie man mit fiktiven Charakteren reale Personen an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringt. Zunächst als Kasache Borat und dann als schwuler Modejournalist Brüno. Sein Landsmann und ehemaliger Kollege Marc Wootton übernimmt das gleiche Konzept für seine neue Serie “La La Land”.
Drei Personen hat sich Wootton ausgedacht, die einfach immer nur peinlich sind. Zum einen ist da der britische Proll Gary Garner, der unbedingt Schauspieler sein möchte und eigentlich immer alles besser weiß. In der ersten Folge bringt Garner eine alternde Hollywood-Diva und einen Setkarten-Fotografen mit seinem dummen Gelaber innerhalb kürzester Zeit auf die Palme. Gleiches gelingt auch dem Möchtegern-Regisseur Brendan Allen mit einem Hausmakler und einem Filmproduzenten. Woottons beste Figur ist das Medium Shirley Ghostman. Der Brite versucht nicht nur, sein Hotelzimmer via Hypnose umsonst zu bekommen, sondern erklärt auch einer ziemlich irritierten PR-Tante, warum er eigentlich in seiner Heimat in den Knast gehört.
“La La Land” funktioniert auf dem Fremdschäm-Prinzip. Wer daran Freude findet, der wird auch diese Serie mögen. Auch wenn es manchmal kaum zu glauben ist, dass die “Opfer” nichts von der kalkulierten Verarsche merken oder nicht doch irgendwie eingeweiht sind.
Wootton ist zwar genau wie seine Alter Egos noch relativ unbekannt in den USA, doch in Großbritannien sorgte Komiker bereits für einiges Aufsehen. Insbesondere mit der Figur des Shirley Ghostman, die acht Episoden lang in der BBC-Show “High Spirits” (mit Patrick Stewart als Off-Sprecher) ihr Unwesen trieb. Bis zu dem Zeitpunkt als Wootton bei “Friday Night with Jonathan Ross” auftrat und Witze über Hitler, Juden und Krebs machte. Danach war Schluss mit lustig bei der BBC. Vielleicht sind Wootton und Ghostman auch gerade deshalb letztendlich in Hollywood gelandet.
Trailer von “La La Land”





