Vanessa Redgrave, Eddie Izzard, Brian Cox, Jason â90210â Priestley und sogar der Klimawandel â Die BBC hat fĂŒr das Remake des Science-Fiction-Klassikers âThe Day of the Triffidsâ extra dick aufgetragen. Das Ergebnis sind elendig lange 180 Minuten in denen so ziemlich alles zu kurz kommt.

Dann doch lieber Klimawandel!
1951 schrieb John Wyndham  - reichlich inspiriert durch Wellsâ âKrieg der Weltenâ â seinen Roman âThe Day of the Triffidsâ zusammen. In dem erfolgreichen Buch erblindet fast die gesamte Menschheit nach einem mysteriösen Meteoritenschauer und fleischfressende Pflanzen erobern die Erde. Die sogenannten Triffids stammen aus irgendwelchen Labors der bösen Sowjets, sind eigentlich zur Pflanzenölproduktion gezĂŒchtet worden (Hasta la vista, Olive!) und taumeln wie sechs Meter groĂe Besoffene durch die Landschaft auf der Suche nach ihrer bevorzugten Nahrung -- Menschenfleisch. 1962 verfilmte man den Stoff zum ersten Mal, 1981 folgte eine BBC-Serie (sechs Folgen) und jetzt spendierte der gleiche Sender dem Apokalypse-Klassiker eine zweiteilige Miniserie. NatĂŒrlich dem Zeitgeist angepasst und als TV-Event vermarktet.
In der 2009-Version der âTriffidsâ liefern die fiesen Pflanzen schadstofffreien Treibstoff und verhindern so tatsĂ€chlich den Klimawandel. Als dann allerdings fast die ganze Erdbevölkerung nach einem Sonnensturm erblindet und das Chaos ausbricht, entkommt die gefĂ€hrliche Botanik dank eines dummen UmweltschĂŒtzers aus ihrem GewĂ€chshaus-GefĂ€ngnis.
Die Triffids sind allerdings nicht die einzigen Bösewichte. Der skrupellose Torrance (Eddie Izzard) behĂ€lt schlafend sein Augenlicht, ĂŒberlebt einen Flugzeugabsturz, plĂŒndert kurzerhand ein GeschĂ€ft fĂŒr MaĂanzĂŒge, greift sich ein paar Waffen und zieht in die Downing Street No. 10 ein. Um sich herum versammelt er allerhand sehende Söldner und ĂŒbernimmt die Herrschaft ĂŒber GroĂbritannien.
Ihm gegenĂŒber stehen die aparte Radiomoderatorin Jo Playton (Joely Richardson) und der Triffid-Forscher Bill Masen (Dougray Scott). Die beiden Sehenden versuchen irgendwie eine Lösung fĂŒr den mordenden Wildwuchs zu finden und stolpern dabei durch Stadt, Land und Fluss. Unter anderen treffen sie dabei auf Vanessa Redgrave als gemeine Obernonne, Jason Priestley als menschlichen Blindenhund und Brian Cox als Vater von Bill, der eigentlich Schuld an dem ganzen Triffid-Drama ist. Zwei elternlose Kinder, die sich hervorragend zur Adoption eignen, findet das Paar auch noch.
Drehbuchautor Patrick Harbinson hat zwar mal fĂŒr âMilleniumâ, âERâ und âLaw & Orderâ geschrieben, aber seine âTriffidsâ werden dadurch auch nicht besser. Die zweiteilige Miniserie ist spannungsarm und vorhersehbar. Da helfen die vielen hĂŒbschen Effekte nichts, von denen die meisten allerdings schon in der ersten Folge aufgebraucht werden. SĂ€mtliche Charaktere bleiben blass und ohne Tiefe. Izzard, Priestley, Cox und Redgrave â sie alle sind verschenkt. Keiner der Bösewichte darf sich entwickeln und keiner der Helden wirklich auszeichnen. 180 Minuten sind dafĂŒr anscheinend zu wenig. Es bleibt nur Zeit fĂŒr eine tumbe Love-Story zwischen den beiden Hauptdarstellern. Und denen möchte man irgendwann im zweiten Teil am liebsten einen StrauĂ Triffids schenken.
BBC-Preview âThe Day of the Triffidsâ (2009)
Eddie Izzard ĂŒberlebt einen Flugzeugabsturz
Trailer âThe Day of the Triffidsâ (1962)






Yeah, “Blumen des Schreckens”! Hatte auch gesehen, dass hier das Remake anstand, hatte aber leider keine Möglichkeit, dieses zu sehen. Das Original war zwar nicht so der Burner, allerdings besser als erwartet. Das hier sieht irgendwie… zu geleckt aus.