“Herr der Ringe”-Regisseur Peter Jackson vergreift sich am Leben nach dem Tod und Stanley Tucci an kleinen Mädchen. Die Verfilmung des US-Bestsellers “The Lovely Bones” ist weniger ein Thriller als ein Märchen mit einer fragwürdigen Moral. Da hilft auch das kunterbunte Paradies aus dem Computer nichts.
Wie heißt es so schön: Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin. “In meinem Himmel” geht noch ein wenig weiter. Hier kommen nette 14-jährige Mädchen, die vergewaltigt und brutal ermordet werden, in ein wunderschönes CGI-Paradies, dass sich Walt Disney nicht besser hätte ausdenken können. Und sie sind dort irgendwann auch glücklich. Vorausgesetzt sie vergessen ihren Schmerz sowie irgendwelche Rachegedanken ihrem Mörder gegenüber und kümmern sich nur noch darum, dass die trauernde Familie daheim wieder glücklich wird.
Susie Salmon ist dieses Mädchen, das im Jahr 1973 vom Nachbarn missbraucht und aufgeschlitzt wird und danach in einer Art Geisterwelt lebt. Sie sieht von hier ihren Vater, der auf eigene Faust den Mörder sucht, ihre Mutter, die an der Trauer zerbricht und aus der Ehe flüchtet, ihre Schwester, die das nächste Opfer werden könnte, und ihre Großmutter, die zuviel trinkt und keine Wäsche waschen kann. Natürlich beobachtet sie auch ihren Mörder, der sich in Sicherheit wiegt und langsam wieder in Kill-Stimmung kommt.
Das kleine Gespenst möchte zunächst ihren Mörder seiner gerechten Strafe zuführen, doch irgendwann erkennt Susie Salmon, dass das ihrer Familie nur noch mehr Kummer bringt. Außerdem ist sie ja glücklich mit all den anderen Kinderschänderopfern in der Zwischenwelt. Eigentlich müsste sie ihrem Killer dafür auch noch danken.
Es liegt nicht an den Schauspielern, dass “In meinem Himmel” kein guter Film ist. Saoirse Ronan als Susie Salmon ist genauso gut besetzt wie Rachel Weisz als Mutter und Mark Wahlberg in der Vaterrolle (mit fieser Frisur). Auch Susan Sarandon als Slapstick-Oma gibt sich alle Mühe. Und Stanley Tucci sowieso, der als triebhafter Nachbar vielleicht eine seiner besten Leistungen bislang abruft und sogar ein schlimmes Toupet samt falschen Schnurrbart vergessen lässt. Schuld ist die dumme Nachricht, die dieser Film sendet und die von Peter Jackson (der wohl den auffälligsten Cameo-Auftritt aller Zeiten hinlegt) auch noch in digitalem Bonbon-Papier verpackt wird. Sie lautet: Fürchtet euch nicht, alles ist Gottes Wille und nach dem Tod wird’s toll.
Vielleicht soll das Trost spenden. Denn schließlich muss jeder irgendwann mal sterben. Auch der dumme Mörder.
OT: “The Lovely Bones”
Deutschlandstart: ab 18.2.2010 im Kino
Trailer zu “The Lovely Bones”






Jesus,
ich war/musste Samstag rein. Langweilig. Freundin ist das erste Mal seit Jahren wieder im Kino eingeschlafen. Hat mich nicht im geringsten emotional mitgerissen, obwohl der Film darauf abgezielt hat. So eine Geld- und Zeitverschwendung. Bäh.