Jude Law und Forest Whitaker in einem 111 Minuten langen SciFi-Remake eines Monthy-Python-Sketches. Kann das gut gehen? Ja, es kann. Insbesondere wenn man auch noch reichlich „Blade Runner“ zitiert und dem britischen 3-Minuten-Original die Ehre erweist.
In den USA ist das Gerichtsvollzieherwesen schon seit jeher privatisiert. Wenn man zum Beispiel mit den Raten für den schicken neuen Wagen in Rückstand gerät, dann kommt relativ zügig ein Herr von der Bank vorbei, um das Gefährt im Stile eines Autodiebes wieder in Besitz zu nehmen. „Repossession“ heißt das hinterhältige Verfahren und die Herren der Exekutive nennt man „Repo Men“. In der nahen und verdammt düsteren Zukunft hat sich daran nichts geändert. Nur das inzwischen hauptsächlich künstliche Organe vom Gläubiger zurückgefordert werden. Die „Repo Men“ sind zu skrupellosen Feldchirurgen mutiert.
Remy (Jude Law) und Jake (Forest Whitaker) sind zwei dieser kaltblütigen Schlachter, die mit Scannern durch die Gegend laufen und jeden armen Wicht, der bei Drei nicht auf dem Baum und mit den Raten für irgendwelche Körperteile im Rückstand ist, auseinandernehmen. Manche Opfer weinen, andere betteln und andere wiederum sehen es ganz gelassen, dass sie nicht nur gleich den Löffel, sondern auch das Herz oder die Leber abgeben. Frank (Liev Schreiber), der skrupellose Chef des schneidigen Duos, ist jedenfalls begeistert von der hohen Arbeitsmoral seiner Angestellten.
Diese ändert sich allerdings als Remy einen Unfall erleidet und fortan mit einem künstlichen Herzen aus dem eigenen Unternehmen rumlaufen muss. Irgendwie fällt ihm das Aufschneiden anderer Menschen plötzlich schwer und so gerät der Repo Man schnell selber in Rückstand mit den Raten. Auch sein Hightech-Organ wird zurückgefordert. Sein bester Freund Jake soll es holen.
Monthy Python klingelten einst in „Der Sinn des Lebens“ bei einem ahnungslosen Organspender und entfernten dem lebenden Objekt die Leber. Auf dieser netten Grundidee basiert auch Eric Garcias Buch „The Repossession Mambo“, das „Repo Men“ als Vorlage dient und Regisseur Miguel Sapochnik ließ es sich nicht nehmen, den Sketchklassiker kurz in seinem Film den Hauptdarstellern vorzuführen. Darüber hinaus bediente sich der Mann gnadenlos bei „Blade Runner“, was in diesem Fall eher Hommage als Ideenklau ist.
„Repo Men“ ist ein herrlich böser, blutiger und kompromissloser SciFi-Thriller mit exzellenten Darstellern. Das einzige, was einem bitter aufstößt, ist nicht die künstliche Galle, sondern das miese Produkt-Placement. Volkswagen und Smart sind so offensichtlich mit Neuwagen behilflich gewesen, dass das eigentlich sehr gute Produktionsdesign komplett ruiniert wird.
Deutschlandstart: ab 3. Juni 2010 in den Kinos.
Trailer von „Repo Men“
Der legendäre „Organ Donor“-Sketch von Monthy Python





