A Nightmare on Elm Street:
Einschlafen erlaubt

12. Mai 2010
By Couchmonster

Die Fantasielosigkeit der Hollywood-Produzenten hat einen neuen Tiefpunkt erreicht: Streifenpulliträger Freddy Krueger schlitzt sich durch ein Remake, das niemand braucht. Das Original von Wes Craven aus dem Jahre 1984 ist um Klassen besser.

Die neue Badewannen-Szene: Bis auf die aufgeklappten Schenkel alles dabei.

Reboot ist ein geflügeltes Wort. In Bezug auf Filmserien soll es für einen Neustart stehen, bedeutet aber meist nur, dass eine ausgelutschte Idee noch einmal mit modernen Produktionsmethoden und einem frischen Cast lau aufgewärmt wird. Eine ausgepumpte Milchkuh bekommt in der Hoffnung, dass es dem Bauern nicht auffällt, einfach ein neues Fell verpasst und soll weiter gemolken werden. “A Nightmare on Elm Street” ist dafür der beste Beweis.

An der Handlung hat sich in 26 Jahren nichts verändert. Das alte Narbengesicht Freddy Krueger sucht süße Teenager in ihren Träumen heim und tötet sie dort auch gleich mit Hilfe seines Messerhandschuhes. “Bloß nicht einschlafen” lautet also die Devise, doch das ist bekanntermaßen nicht zu schaffen. Allerdings möchte man den Drehbuchschreibern nur schwerlich glauben, dass es Teenies gibt, die nicht nur in der Schule, sondern auch während der Beerdigung in der ersten Stuhlreihe oder im Schwimmbecken beim Kraulen einpennen.

Robert Englund, der sich als Freddy Krueger durch acht Filme, eine TV-Serie und mehr als 120 Teenager schlitzte, ist nicht mehr dabei. Dafür wurde aber Jackie Earle Haley (Rorschach aus “Watchmen”) engagiert, der zwar eine sehr schöne Maske trägt, aber nur selten etwas zur Spannung beitragen darf. Diese Aufgabe müssen schnelle Schnitte, laute Soundeffekte und schlechte Beleuchtung übernehmen. Natürlich vergeblich.

Das Remake von “A Nightmare on Elm Street” ist reichlich fantasielos und ohne jeden eigenen Dreh. Viele großartige Einstellungen des Originals wurden von Regisseur Samuel Bayer teilweise übernommen und trotzdem fehlt ihnen die Kraft des Schreckens, die die ursprüngliche Version von Horrormaestro Wes Craven so stark machte. Selbst ein “Pulp Fiction”-Zitat (in diesem Fall ein schmeichelhafter Ausdruck für billigen Ideenklau), in dem eine Adrenalinspritze eine gewichtige Rolle spielt, fand seinen Weg in diesen Film und macht deutlich, worum es sich bei “A Nightmare on Elm Street” handelt -- eine schlechte Kopie..

Man kann sich also den Neustart sparen. An die Alpträume aus dem Jahr 1984 kommt die neue Version nicht einmal annähernd heran. Und das nicht nur, weil damals Johnny Depp mitspielte und von einem blutrünstigen Bett getötet wurde.

Deutschlandstart: ab dem 20. Mai 2010 in den Kinos

Trailer von “A Nightmare on Elm Street”

Johnny Depp stirbt im Bett

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One Response to A Nightmare on Elm Street:
Einschlafen erlaubt

  1. [...] EDIT: Hier geht’s zur Couchmonster-Review von ”A Nightmare on Elm Street” [...]

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