Als hätte es Pixar nie gegeben. Regisseur Wes Anderson (“Die Tiefseetaucher”) schenkt uns einen schrägen Animationsfilm, der alles ist -- nur nicht zeitgemäß. Wunderbar, kunstvoll und deshalb auch das reinste Kassengift.
Stop-Motion. Die älteren Filmfreaks kennen dieses eingemottete Verfahren der Tricktechnik noch. Der erste King Kong ruckelte sich so auf das Empire State Building und FX-Chromosom Ray Harryhausen erweckte damit Skelettarmeen oder Minotauren zum animierten Leben. Wes Anderson hat entgegen aller digitalen und 3-D-sierten Sehgewohnheiten die Stop-Motion wieder aus dem Giftschrank Hollywoods geholt und damit das Kinderbuch “Fantastic Mr. Fox” von Roald Dahl auf die Leinwand gebracht.
Im Mittelpunkt steht natürlich Mr. Fox, der zwar nette Kleidung trägt, aber halt doch nur ein wildes Tier ist. Er jagt Hühner. Allerdings findet das seine Frau viel zu gefährlich und deshalb sattelt der Fuchs auf den Journalismus um. Doch das wird ihm irgendwann zu langweilig, schließlich entspricht das überhaupt nicht seiner Natur. Er beklaut wieder die Bauern der Umgebung, die daraufhin einen Kleinkrieg mit dem diebischen Reineke anfangen.
Wes Anderson liefert wie immer in seinen Filmen eine Vielzahl von skurrilen Charakteren ab. Vom schmächtigen Sohn, der gerne wie sein Vater wäre, über den allzu perfekten Cousin bis hin zum Dachs, der als Rechtsanwalt praktiziert, oder einer fiesen Ratte, die auf West Side Story macht. Gesprochen werden diese Figuren in der Originalfassung von zahlreichen alten Anderson-Bekannten wie Bill Murray, Adrien Brody, Owen Wilson oder Jason Schwartzman sowie von Stars wie Meryl Streep, Willem Defoe und George Clooney, der den Mr. Fox gibt. Und sogar Jarvis Cocker, der Sänger der Band Pulp, durfte einem tierischen Charakter die Stimme leihen.
Schenkelklopfer oder irgendwelche Bambi-Momente sucht man in “Fantastic Mr. Fox” vergebens. Dafür findet man ein klassisches Wes-Andersons-Konstrukt aus bizarren Ideen wie man es schon aus den “Royal Tennenbaums” oder “Die Tiefseetaucher” kennt.
In den USA floppte der Film grandios an den Kinokassen. Das Publikum war von der Stop-Motion und der schrägen Story wenig begeistert. Die Kritiker liebten jedoch “Fantastic Mr. Fox” und sogar zwei Oscar-Nominierungen waren drin. Eine goldene Statue für den besten Animationsfilm gab es nicht, die sackte “Up” ein. Ein Film von Pixar.
Deutschlandstart: ab dem 13. Mai in den Kinos
Trailer von “Der Fantastische Mr. Fox”
Featurette von “Der Fantastische Mr. Fox”
Ray Harryhausen in “Tracks” (arte)





