Dem letzten Teil der Millenium-Trilogie fehlt im Kino vor allem eines: fast alles aus dem Buch. Der dritte Roman des verstorbenen Krimiautors Stieg Larsson ist anscheinend zu komplex für die große Leinwand.
Lisbeth Salander (Noomi Rapace) liegt im Krankenhaus und erholt sich von schweren Schussverletzungen sowie dem Umstand, dass ihr Vater sie lebendig begraben ließ. Der brutale Erzeuger hat Lisbeths Axtschlag in den Kopf ebenfalls überlebt und residiert ein paar Zimmer weiter. Doch während der Bösewicht mal wieder mit einem blauen Auge davonzukommen scheint, droht der Tochter ein Gerichtsverfahren und die Einweisung in die Psychiatrie. Schließlich hat eine böse Abteilung des schwedischen Geheimdienstes großes Interesse daran, dass Lisbeth Salander auf Nimmerwiedersehen in einer Gummizelle verschwindet. Zum Glück gibt es jedoch den Journalisten Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist). Dieser setzt alle möglichen Hebel in Bewegung, um die Verschwörung aufzudecken.
148 Minuten ist “Vergebung” lang und doch fehlen zahlreiche Elemente aus der Romanvorlage. Das geht nicht nur zur Lasten der Spannung, sondern hetzt die Story von einem Plotpunkt zum nächsten. Dabei bleibt viel auf der Strecke. Selbst die Gerichtsverhandlung, der absolute Höhepunkt des dritten Buches, ist extrem komprimiert und dadurch auch völlig ohne jede Überraschung.
Für Menschen, die bislang nur die Filme kennen, ist “Vergebung” ein guter Abschluss der Millenium-Trilogie. Für alle Fans der Romanserie ist diese Art der Umsetzung jedoch höchst unbefriedigend. Bleibt nur die Hoffnung, dass in der verlängerten TV-Fassung, die das schwedische Fernsehen bereits ausstrahlte, etwas mehr zu sehen ist. Sollte Regisseur David Fincher (“Sieben”) tatsächlich das Hollywood-Remake der Reihe in die Hand nehmen, dann gibt es einiges besser zu machen.
Deutschlandstart: ab dem 3. Juni 2010 im Kino
Trailer zu “Vergebung”






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