The Cape:
Höchst unterhaltsamer Verkehrsunfall

13. Januar 2011
By Couchmonster

Nach “Heroes” kommt nun ”The Cape”. Fernsehsender NBC setzt auf eine poppig-bunte Klischeewelt voller geklauter Ideen -- und liegt damit überhaupt nicht so verkehrt. Die neue Superhelden-Show ist alles andere als kreativ und doch extrem unterhaltsam.

So ein Cape macht schon etwas her ...

So ein Cape macht schon etwas her ...

Anfang der 1990er Jahre feierte der “Rote Blitz” sein TV-Debüt. Der superschnelle Superheld aus dem Hause DC flitzte poppig-bunt genau eine Staffel lang über die Bildschirme. Die bösen Buben (allen voran Mark “Luke Skywalker” Hamill als “Trickster”) waren böse, die guten Jungs gut, die Kostüme peinlich und die Handlung fern jeder Logik sowie voller Klischees. Nichtsdestotrotz: Die kurzlebige Serie war extrem kurzweilig und machte einfach Spaß. Genauso verhält es sich auch mit der neuen TV-Superhelden-Show “The Cape” von NBC.

Die Geschichte vom ehrbaren Polizisten (David Lyons), der als Sündenbock für allerhand Verbrechen herhalten muss, für tot erklärt wird und dann als Superheld “The Cape” aufersteht, um Rache zu nehmen und seinen guten Namen reinzuwaschen, ist alles andere als ein Beispiel für kreatives Schreiben. Für diese Serie wurde einfach überall geklaut. Von Sam Raimis “Darkman” über “Robocop” bis zu alten Batman-Comics muss hier einiges als Vorlage herhalten. Es gibt einen Zirkus voller Freaks, eine Killerorganisation namens TAROT und eine total hübsche Hackerin namens Orwell. Und natürlich dürfen auch die ureigenen US-amerikanischen Family Values nicht fehlen. 

Es gib Szenen bei “The Cape, da möchte man weinen. Und zwar nicht vor Glück. Dann, wenn der Kitsch überhand nimmt oder die Logik einfach aus dem Fenster geworfen wird. Oder wenn die Verantwortlichen sich nicht einmal die Zeit nehmen wollen, einen Charakter zu entwickeln, sondern dem Zuschauer einfach einen Instant-Helden vorsetzen. Dass das ganze von der inzwischen bei NBC üblichen Bombast-Emotionsmusik untermalt wird, versteht sich von selbst. 

Merkwürdigerweise kann man bei “The Cape” aber auch nicht einfach wegschauen oder den Fernseher reflexartig mit einem Vorschlaghammer bearbeiten. Man bleibt dranhängen und möchte tatsächlich wissen, wie die eigentlich vorhersehbare Handlung weitergeht. “The Cape” ist nämlich gute Popcorn-Unterhaltung ohne Metaebene, Subtext oder sonstigem Hirnballast. Und manchmal braucht es auch nicht mehr, um in der nächsten Woche wieder David Lyons heiser flüstern hören zu wollen: “I’m the cape!”. 

Trailer von “The Cape” 

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